Wirtschaftsschule Gunzenhausen vermarktet und bewirbt das Fränkische Seenland mit dem dritten Übungsunternehmen

Der neue Lehrplan bringt für die Wirtschaftsschule große Veränderungen mit sich. Die bisherigen Wahlpflichtfächer Bürokommunikation, Mathematik und Chemie/Physik-Übungen werden aufgelöst. Alle Schüler durchlaufen zukünftig dafür das profilbildende Fach Übungsunternehmen, mit dem sich die Wirtschaftsschule bereits jetzt von anderen Schulen abhebt.

Die Wirtschaftsschulen in Bayern sind über ein Netzwerk miteinander verbunden und handeln mit den verschiedensten Produkten und Dienstleistungen. Die Schüler schlüpfen dabei in die Rolle eines kaufmännischen Sachbearbeiters und lernen so praxisnah die betrieblichen Abläufe kennen. 

Jugendrotkreuz unterstützt den Aufbau des Schulsanitätsdienstes

An der Wirtschaftsschule in Gunzenhausen kommt ab sofort ein Schulsanitätsdienst zum Einsatz. Aber natürlich greift man der Schule und den Freiwilligen unter die Arme. Dieter Bachmeier, Abteilungsleiter Ausbildung im BRK Kreisverband Südfranken, übergab heute dem Schulleiter Oberstudiendirektor Thomas Grad einen wohlgefüllten Einsatzrucksack als Startkapital. Zusammen mit der bereits angeschafften Patientenliege steht den jungen Helferinnen und Helfern nun ausreichend Material zur Verfügung, um eine vernünftige Erstversorgung eines Patienten zu gewährleisten – bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes.

Mitte Oktober unternahm die Klasse V8B mit ihren Lehrern René Merz und Jan Lucny einen Unterrichtsgang in die Natur. Unter der Leitung des Revierförsters Bernhard Leidel hatte die Gruppe die Möglichkeit, den heimischen Wald näher kennenzulernen.

Mit dem Lehrplan Plus wurde das Schulfach Mensch und Umwelt in der Stundentafel der Wirtschaftschule aufgenommen, das in der Jahrgangsstufen  7 und 8 mit jeweils zwei Wochenstunden unterrichtet wird. Dabei erklärt das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung München, dass das Fach Mensch und Umwelt eine Grundlage für eine naturwissenschaftlich-technische Bildung sei und es den Schülerinnen und Schülern ermöglichen solle, ein aufgeklärtes Weltbild zu entwickeln und die Notwendigkeit des eigenverantwortlichen und umweltgerechten Handelns zu erkennen.

Die Schülerzahlen an der Wirtschaftsschule Gunzenhausen sind in den Eingangsklassen leicht rückläufig, dennoch sind zwei parallele Klassen in der vierstufigen Form (7. bis 10 Klasse) in allen Jahrgangsstufen gesichert. Nach drei Jahren haben sich die Zugangszahlen so eingependelt, dass mit Schülerzahlen zwischen 37 und 60 die Zweizügigkeit fast durchgängig erreicht ist. Lediglich die 10. Jahrgangsstufe kann noch 3-zügig angeboten werden.

BSK – mit dieser Buchstabenkombination kann man zunächst wenig anfangen. Dahinter verbirgt sich eines der „neuen“ Fächer an der Wirtschaftsschule – Betriebswirtschaftliche Steuerung und Kontrolle (bisher getrennt in Betriebswirtschaft und Rechnungswesen).

Aber es hat sich noch viel mehr getan: in Zukunft stehen die Aneignung von Kompetenzen bei den Schülern verstärkt im Vordergrund. Diese sollen fächerübergreifend systematisch durch gezieltere Absprache der Lehrkräfte im Rahmen des Konzepts der didaktischen Jahresplanung erreicht werden.

Fast jeder zehnte Deutsche ist hoch verschuldet, dabei sind v.a. junge Erwachsene unter 30 Jahren besonders gefährdet. Umso mehr werden von vielen Seiten Forderungen nach frühzeitiger Aufklärung in der Schule laut. Genau deshalb ist im neuen Lehrplan für Betriebswirtschaftliche Steuerung und Kontrolle der Wirtschaftsschule dieses Thema ein wichtiger Baustein. Die Schüler der 7. Klassen durften sich dazu Informationen „aus erster Hand“ holen:

Beeindruckender Vortrag des Zeitzeugen Rainer Schneider am Beruflichen Schulzentrum Gunzenhausen

Wenn man 25 Jahre nach dem Mauerfall bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen Umfragen zum Thema DDR durchführt, wird schnell klar, dass in den allermeisten Fällen (fast) kein Wissen mehr darüber vorhanden ist. Aus diesem Grund hatte das Berufliche Schulzentrum Gunzenhausen den 60-jährigen gebürtigen Erfurter Rainer Schneider als Zeitzeugen eingeladen, um über das Leben in der DDR aufzuklären. Mit eindrucksvollen Bildern und Worten gelang es ihm, die Schüler in seinen Bann zu ziehen, kein Wunder, war er doch bei seiner Verhaftung genauso alt wie die meisten der heutigen Zuhörer.